Kommunikation

Wissenswelt

Überblick

Kommunikation prägt unseren beruflichen Alltag – verbal ebenso wie nonverbal. Missverständnisse, unklare Botschaften oder fehlende Wertschätzung können schnell zu Irritationen und Konflikten führen. Erfolgreich, zielgerichtet und respektvoll zu kommunizieren, ist jedoch eine Kompetenz, die sich erlernen und gezielt weiterentwickeln lässt.

Unsere Seminare richten sich an Mitarbeitende sowie Fach- und Führungskräfte, die ihre Kommunikationsfähigkeit stärken möchten. Die Themen reichen von den Grundlagen gelungener Gesprächsführung bis zu Gewaltfreier Kommunikation, Transaktionsanalyse und interkultureller Kommunikation. So lernen Sie, Kommunikationsprozesse besser zu verstehen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und souverän zu lösen.

Weiterbildungen im Bereich Kommunikation

Wissenswelt Beschreibung

Bedeutung von Kommunikation

Comic zeigt zwei Frauen mit Sprechblase "PSSST...!"„Man kann nicht nicht kommunizieren“, ist ein bekannter Satz des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Fast jede Situation, in der wir uns befinden, ist mit Kommunikation verbunden. Selbst der Versuch, nicht zu kommunizieren ist zum Scheitern verurteilt. Wenn Sie in einem Raum mit einer Person sitzen und jeglichem Kontakt mit dieser aus dem Weg gehen, ist es unmöglich, der anderen Person keine „Signale“ zu geben. Auch wenn Sie den Augenkontakt meiden und kein Wort miteinander sprechen, ist dies bereits eine Form von Kommunikation. Ihre Körpersprache spricht Bände.

Watzlawicks These können wir auch positiver formulieren: Man ist immer mit anderen verbunden. Kommunikation kann als besondere Fähigkeit betrachtet werden, die uns erst zu Menschen macht, weil sie uns mit anderen verbindet. Alle Lebewesen kommunizieren, die Komplexität der menschlichen Kommunikation ist jedoch einzigartig. Kommunikation ist die Grundlage von Kultur. Sie betrifft alle Lebensbereiche. Dazu gehört auch die Wirtschaft mit allen Unternehmensbereichen, wie dem Marketing, Personalmanagement, Prozessmanagement, Logistikmanagement etc.

Kommunikationsprobleme sind menschlich

Kommunikation ist allgegenwärtig. Menschen sind jedoch fehlbar. Deshalb ist Kommunikation immer mit Kommunikationsproblemen verbunden. Unsicherheiten, Missverständnisse, Fehlinterpretationen, Doppeldeutigkeiten, Fehleinschätzungen etc. wird es immer geben. Problematisch wird es, wenn diese Probleme nicht gelöst werden und in größeren Konflikten enden. Im wirtschaftlichen Kontext sind Kommunikationsprobleme enorme Stressfaktoren für Menschen und führen zu vehementen finanziellen Schäden für Unternehmen.

Kommunikation ist eine Grundlagenkompetenz, die Menschen ihr Leben lang trainieren sollten. Moderne Unternehmen investieren vermehrt in Schulungen ihrer Mitarbeiter, um Kommunikationsschwierigkeiten zu verringern. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Bewusstwerden und Minimieren von Kommunikationsproblemen. Kommunikationsprozesse müssen nicht dem Zufall überlassen werden, sondern können bewusst, aktiv und zielorientiert gesteuert werden.

Merkmale erfolgreicher Kommunikation

Was ist das Ziel der Beschäftigung mit Kommunikation? Wie sollte die interne Kommunikation in einem Unternehmen ablaufen, um die besten Grundlagen für Erfolg zu schaffen? Der Informationsfluss in einem Unternehmen sollte folgende Merkmale aufweisen:

  • Regelmäßig
  • Rechtzeitig
  • Wahr/vertrauenswürdig
  • Vollständig
  • Gegliedert/strukturiert
  • Verständlich
  • Prägnant (kurz und eindeutig)
  • Anregend (sinnstiftend)

Nutzen von Klarheit in der Kommunikation

Das Zauberwort in der Kommunikation ist Klarheit. Nahezu alle genannten Merkmale erfolgreicher Kommunikation werden durch diesen Begriff zusammengefasst. Wer sich klar verständigt, kommuniziert z. B. automatisch prägnant, verständlich, strukturiert und vertrauenswürdig. Viele Kommunikationsprobleme beginnen damit, dass zwei Menschen „aneinander vorbeikommunizieren“. Die Quelle des Übels ist stets eine unklare oder fehlerhafte Kommunikation. Klarheit ist das bindende Element, das einen möglichst reibungslosen Informationsaustausch ermöglicht.

Wichtig: Klarheit kann Kommunikation nicht perfektionieren, jedoch optimieren.

 

Vorteile klarer Kommunikation

  • Zeit sparen
  • Missverständnisse vermeiden
  • Sympathie gewinnen
  • Vertrauen erzeugen
  • Botschaften vermitteln
  • Identifikation schaffen (z. B. bei einem Kunden mit Ihrem Produkt)
  • Andere überzeugen
  • Informationsfluss im Unternehmen optimieren
  • Unternehmenskultur mit Transparenz und Partizipation schaffen
  • Wohlbefinden zwischen Mitarbeitenden verbessern

 

Auf den Punkt gebracht – Wie kommuniziere ich erfolgreich?

1. Rhetorische Umschweife, Floskeln, Füllwörter und Worthülsen vermeiden

Manchmal sind umgangssprachliche Formulierungen passend, manchmal dient Sprache der reinen Informationsübermittlung. Lernen Sie, beide Formen der Kommunikation einzusetzen. Beim Verfassen eines Textes können viele Füllwörter gemieden werden. Ein Großteil der Blogs im Internet kann zu 25 % gekürzt werden. Es lassen sich viele Tipps für gute Online-Texte im Internet finden. Präzise Kommunikation ist:

  • Schlank (Kurze Sätze benutzen, Schachtelsätze vermeiden)
  • Anschaulich (Verben statt Substantive)
  • Aktiv formuliert
  • Abwechslungsreich
  • Ohne Fach- und Fremdbegriffe

2. Perspektivwechsel – Wer ist Ihre Zielgruppe?

Passen Sie Ihre Botschaft Ihrer Zielgruppe an, indem Sie sich in die Lage Ihrer Zuhörer:innen/Leser:innen versetzen. Das hilft Ihnen dabei, Redundanzen zu beseitigen. Interessieren sich die Zuhörer:innen bei einem Vortrag über eine Aneinanderreihung historischer Daten? Müssen Sie Ihrer Vorgesetzten jedes Detail Ihres Problems mitteilen oder können Sie es auf einige Stichpunkte herunterbrechen? Die Perspektive ist entscheidend für die Planung und Strukturierung ihrer Inhalte, Kommunikationsmittel und -methoden. Unser Tipp: Finden Sie ein Highlight oder eine Überraschung, um Routinen zu durchbrechen.

Nonverbale Kommunikation: Körpersprache

Verteilung von Körpersprache 55 %, Sprache 38 % und Inhalt 7 % bei der KommunikationKommunikation funktioniert zu einem Großteil über unsere Körpersprache oder nonverbale Kommunikation. Dabei unterschätzen wir schnell, wie viel wir unabsichtlich ohne Sprache kommunizieren. Körpersprache macht ca. 55 %, die Sprache 38 % und der Inhalt 7 % unserer Kommunikation aus. Unsere Gestik, Mimik und Körperhaltung sind ein Spiegel unseres inneren Wohlbefindens. Wer seine Körpersprache trainiert, kann in Stresssituationen, wie Vorträgen, Reden oder Moderationen, Souveränität und Selbstbewusstsein ausstrahlen – trotz innerer Nervosität. Doch wie kommen wir zum sicheren Auftritt?

 

Lampenfieber meistern

„Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zu dem Zeitpunkt, wo Du aufstehst eine Rede zu halten“, schrieb einst Mark Twain. Feuchte Hände, trockener Hals, steigender Puls – Lampenfieber ist allen bekannt. Die Angst, vor einer größeren Gruppe zu sprechen, kann jedoch auch zur Kraftquelle werden. Stress setzt Adrenalin frei, das unser Leistungsvermögen steigert. Mit einigen zusätzlichen Tricks kann der nächste Auftritt gemeistert werden.

 

Das innere Team

„Wer mit sich selbst einig ist, kann der Welt mit vereinten Kräften begegnen", beschreibt Friedemann Schulz von Thun. Der Kommunikationswissenschaftler prägte dafür auch den Begriff des „Inneren Teams“. Der Weg zu einer überzeugenden Körpersprache beginnt also bei der inneren Haltung. Schulz von Thun empfiehlt dabei eine Form der alltäglichen Selbstberatung, um die innere Pluralität zur Kooperation zu bewegen. Wir alle haben unterschiedliche Stimmen in uns, die für oder gegen uns kämpfen. Nur wer diesen inneren Teamkonflikt bezwingt, wird auch nach außen hin souverän wirken können.

 

Die äußere Haltung

Die Fähigkeit, präsent zu sein und den ganzen Raum einzunehmen, kennen wir von Schauspielern. Warum also nicht bei ihnen abgucken? Wie Schauspieler:innen können wir unsere äußere Haltung bewusst steuern und trainieren, um unsere Außenwirkung zu kontrollieren. Im Beruf sind folgende Hinweise hilfreich:

  • Blickkontakt: Fällt vor allem dann auf, wenn er nicht vorhanden ist. Blickkontakt ist ein wichtiges Feedbackmittel in der Kommunikation. Deshalb gilt es, möglichst alle Personen, mit denen Sie kommunizieren, anzuschauen und den Blickkontakt aufrechtzuerhalten.

  • Gestik: Vermeiden Sie es, auf Zuhörer:innen zu zeigen oder die Hände in die Hosentaschen zu stecken. Ihre Hände sollten oberhalb der Gürtellinie bleiben.

  • Stimme: Wenn es um die Lautstärke geht, lieber etwas lauter. Wer zu leise spricht, billigt sich selbst nicht den nötigen Raum zu. Kommunikation hat auch etwas mit Selbstwert zu tun, den wir über unsere Stimme nach außen tragen.

  • Körperhaltung: Meiden Sie Fixierungen, wie das Festhalten am Rednerpult oder das Verschränken der Arme. All dies sind nonverbale Zeichen, die unsere inneren Gedanken widerspiegeln und als negativ oder reserviert empfunden werden können. Die Körperhaltung sollte frei sein, d. h. Sie sollten ruhig und gleichmäßig auf beiden Beinen stehen.

  • Übung macht den Meister – bleiben Sie authentisch: Wir können viele weitere Aspekte unserer äußeren Haltung analysieren, wie die Mimik und die Kleidung. Bei all diesen Tipps ist es wichtig, dass Sie sich selbst nicht zu sehr verbiegen. Verschränkte Arme sind nicht immer ein negatives Zeichen, sondern können auch Gemütlichkeit ausdrücken. Arbeiten Sie an Ihrer Körpersprache und trainieren Sie vor dem Spiegel – am Ende des Tages sollten Sie sich jedoch selbst wiederkennen.

Konfliktmanagement

Humoristisches Bild einer jungen Frau mit Boxhandschuhen, die einen Mann boxtEine besondere Aufgabe im Bereich Kommunikation ist die Bewältigung von Konfliktsituationen. Hier kann ein Kommunikationsproblem nicht verhindert werden, da es bereits stattgefunden hat und eskaliert ist. Konfliktmanagement hilft Unternehmen dabei, Strategien zu entwickeln, um Konflikte rechtzeitig zu erkennen, sie positiv zu gestalten, gewinnbringend aufzulösen und produktiv zu nutzen.

 

Konfliktpotenzial

Konfliktpotenzial liegt in individuellen und kulturellen Unterschieden zwischen Unternehmensebenen und Mitarbeitern.

Individuelle Konflikte

  • Beziehungskonflikte
  • Missverständnisse
  • Rollenkonflikte
  • Sachkonflikte
  • Wertekonflikte
  • Macht- und Verteilungskonflikte

Kulturelle Konflikte

  • Unterschiedliche Tätigkeitsbereiche
  • Divergierende Wertesysteme
  • Unterschiedliches Verständnis der eigenen Rolle im Unternehmen
  • Veränderungen durch neu eingeführte Unternehmensprozesse
  • Generationsbedingte Unterschiede
  • Ethnisch bedingte Unterschiede

In Unternehmen führen besonders tief greifende Veränderungen zu Konflikten. Das Umwerfen gewohnter Unternehmensprozesse kann zu fehlendem Verständnis von Mitarbeitern führen. Auch ein Führungswechsel kann Skepsis und Ängste vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder fehlender sozialer Anerkennung führen. Dies sind Herausforderungen der internen Kommunikation oder des Change Managements.

Ziele von Seminaren im Bereich Kommunikation

Wie hilft ein Seminar Ihnen dabei, Ihre Kommunikationskompetenzen zu verbessern?

  • Zwischenmenschliche Kommunikationsprobleme verstehen und vermeiden
  • Klarheit in der eigenen Kommunikation und im eigenen Kopf gewinnen
  • Fähigkeit und Sensibilität dafür entwickeln, Konflikte professionell zu lösen
  • Kommunikation ist eine Erfolgskompetenz, die Sie Ihr Leben lang begleitet
  • Spezifische Kommunikationskompetenzen schulen (z. B. Moderation, Reden, Business Small Talk etc.)