„Großer Erfahrungshintergrund der Trainerin. Individuelles Training wurde "spontan" möglich gemacht. Tolle Kundenbetreuung! Danke!"
Praxisbericht aus Schulungsprojekt

In diesem Seminar lernen Sie die grundsätzlichen Abbildungsmöglichkeiten der parallelen Bewertung mit SAP®-Software kennen.
Schritt für Schritt ans Ziel
Mitglieder des Projektteams, Key-User im Fachbereich Rechnungswesen, die sich der Umstellung auf IAS/US-GAAP widmen. Das Seminar setzt SAP-Grundkenntnisse voraus.
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Parallele Rechnungslegung bedeutet, die Buchführung gleichzeitig nach mehreren, unterschiedlichen Rechnungslegungsvorschriften zu führen. Dies ist notwendig, wenn ein Unternehmen verschiedene Abschlüsse erstellen muss, zum Beispiel einen nach lokalem Handelsrecht (HGB) und einen weiteren für den Konzern nach internationalen Standards (IFRS). So werden die unterschiedlichen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen verschiedener Länder oder Märkte erfüllt.
Parallele Rechnungslegung ist für international tätige Unternehmen unerlässlich, um den Berichtspflichten in verschiedenen Ländern nachzukommen. Sie ermöglicht es, Jahresabschlüsse nach lokalen Vorschriften (z. B. HGB) und gleichzeitig nach internationalen Standards wie IFRS oder US-GAAP zu erstellen. Dies schafft Transparenz für globale Investor:innen und ist oft eine Voraussetzung für die Konsolidierung im Mutterkonzern sowie für die Börsennotierung.
Bei der Ledger-Lösung werden für unterschiedliche Rechnungslegungsvorschriften separate, parallele Hauptbücher (Ledger) geführt. Die Kontenlösung hingegen bildet Bewertungsunterschiede durch zusätzliche, spezifische Sachkonten innerhalb eines einzigen Hauptbuchs ab. Die Ledger-Lösung gilt als moderner und übersichtlicher, da sie die Anzahl der benötigten Konten reduziert und eine klare Trennung der Wertansätze ermöglicht, während die Kontenlösung den Kontenplan stark erweitert.
Die Ledger-Lösung in SAP nutzt mehrere parallele Hauptbücher, um verschiedene Rechnungslegungsstandards abzubilden. Es gibt ein führendes Ledger (Leading Ledger), das mit allen Nebenbüchern integriert ist und meist den Konzernstandard (z.B. IFRS) abbildet. Für jeden weiteren lokalen Standard (z.B. HGB) wird ein nicht-führendes Ledger angelegt. Buchungen können dann entweder in alle Ledger gleichzeitig oder gezielt nur in ein bestimmtes Ledger erfolgen.
Typischerweise werden nationale mit internationalen Rechnungslegungsstandards kombiniert. In Deutschland ist das häufig die parallele Abbildung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) für den lokalen Einzelabschluss und den International Financial Reporting Standards (IFRS) für den Konzernabschluss. Auch die US-amerikanischen Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) sind in internationalen Konzernen weit verbreitet und werden parallel geführt.
Im Anlagevermögen werden für jede Rechnungslegungsvorschrift eigene Bewertungsbereiche definiert. Jedem Bewertungsbereich ist eine Rechnungslegungsvorschrift (z. B. IFRS oder HGB) und bei der Ledger-Lösung eine Ledger-Gruppe zugeordnet. Dadurch können unterschiedliche Werte für Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie verschiedene Abschreibungsmethoden und -dauern parallel im System geführt und gebucht werden, was zu abweichenden Restbuchwerten führt.
Die parallele Bewertung im Umlaufvermögen, insbesondere bei Beständen, ist komplexer als im Anlagevermögen. Das SAP-System unterstützt auf Vorgangsebene oft keine direkte parallele Bewertung. Stattdessen werden periodische Auswertungen mit unterschiedlichen Bewertungsmethoden (z. B. Niederstwertprinzip) durchgeführt. Auf Basis dieser Ergebnisse können dann summarische Korrekturbuchungen auf separate Bestandskonten oder in die jeweiligen Ledger gebucht werden, um die Wertansätze anzugleichen.
Die parallele Rechnungslegung führt zu unterschiedlichen Ergebnissen in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), da Aufwendungen und Erträge je nach Standard anders bewertet werden. Beispielsweise können Abschreibungen auf das Anlagevermögen oder die Bewertung von Vorräten variieren. Dies resultiert in unterschiedlichen Periodenergebnissen für die jeweilige Rechnungslegungsvorschrift (z. B. HGB vs. IFRS), die in den entsprechenden Ledgern oder Kontenbereichen separat ausgewiesen werden.
In SAP S/4HANA ermöglicht die parallele Rechnungslegung durch das Universal Journal eine durchgängige und echtzeitnahe Bewertung über verschiedene Module hinweg. Die Ledger-Lösung ist hier der Standard und wurde mit Universal Parallel Accounting (UPA) entscheidend verbessert, sodass Wertansätze auch im Controlling konsistent abgebildet werden. Dies führt zu schnelleren Abschlüssen, höherer Transparenz und einer Reduzierung von Abstimmungsaufwänden zwischen Finanzwesen und Controlling.
Das führende Ledger (Leading Ledger, meist 0L) ist das primäre Hauptbuch in der SAP-Finanzbuchhaltung. Es ist vollständig mit allen Nebenbuchhaltungen (z. B. Debitoren, Kreditoren, Anlagen) integriert und für alle Buchungskreise gültig. In der Regel bildet das führende Ledger die Rechnungslegungsvorschrift des Konzerns ab (z. B. IFRS). Die Buchungen und Währungseinstellungen dieses Ledgers dienen als Basis für die anderen, nicht-führenden Ledger.
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